Lesung vom 30.01.2014 mit Markus Rinderspacher

Am 30.01.2014 hatten wir bei Start unserer Lesereihe den SPD Fraktionsvorsitzenden Markus Rinderspacher als Leser gewinnen können.

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Markus las aus dem Buch vom Markus Schmalz: „Erhard Auer. Wegbereiter der parlamentarischen Demokratie in Bayern.“

Markus führte zu Beginn der Veran­staltung im jetzt beginnenden „Historischen Jahr“ zurück in die Anfänge des vergangenen Jahrhunderts – in die Grün­derzeit der Bayerischen SPD. Er brachte in vielen Textpas­sagen der Bibliografie von Erhard Auer den zahlreichen Zuhörern das Leben eines großen, aber immer im Schatten anderer stehenden Sozialdemokraten nahe. Be­wusst wurde dabei, dass es zu Beginn des 20. Jahrhun­derts und vor allem in der Zeit der Nazi-Diktatur viel Mut bedurfte, für seine politi­sche Überzeugung einzu­stehen. Gefängnis und At­tentat (auf Auer wurden im Laufe seines Lebens mehrere verübt) gehörten – leider – zum Umgang der Mächtigen mit politisch Andersdenken­den. Denen blieb auch als Abgeordnete in Landtagen und Reichstag oftmals nur noch die Flucht ins Exil bzw. – wie bei Auer – der Unter­schlupf bei Freunden in Karlsruhe. Eine wahrlich tolle Geschichtsstunde, die Markus Rinderspacher den fasziniert lauschenden Zuhörern bot.
Der zweite Teil des Abends war bestimmt von den aktu­ellen Themen der Landespoli­tik  Bildung und Energie­wende. Beides Themen, „die auch unseren Wahlkampf mit entscheidend prägen werden“ wie Heinz Oesterle, SPD-Spit­zenkandidat bei der Kommu­nalwahl am 16. März, an­merkte. Rinderspacher ließ sich genüsslich über das Chaos in der Landesregierung aus, das bei beiden Themen herrsche. Kultusminister Spänle wisse wohl selbst nicht mehr, wie das mit den gestrichenen aber dann doch nicht wegfallenden Lehrer­stellen sei, und es sei schon bezeichnend, dass Lehrerver­bände von konservativ bis progressiv sich zum ersten Male geschlossen gegen den Schulminister verbunden hätten. Für ihn und die Landtags-SPD zeige sich ein­mal mehr, „dass die CSU keine Bildungspartei sei.“ Der zentralistische Machtan­spruch und die Blauäugigkeit, mit der Schulen in problemati­schen Ballungsgebieten gleich behandelt werden wie Schu­len auf dem Lande, sowie die bewusste Inkaufnahme vom Schulsterben auf dem Lande, „in zehn Jahren wird nur noch die Hälfte der heuti­gen Mit­telschulen existieren“ sei mehr als skandalös. „Wir müssen dezentrale Lösungen, gerade auf dem Land anstre­ben – und die Gemein­schaftsschule bietet dazu den besten Ansatz und sie wird“  so Rinderspacher weiter „spätestens zum Ende dieser Legislaturperiode – wahr­scheinlich unter einem ande­ren Namen – kommen.“ Des­halb unterstützt er die von der hiesigen SPD aufgestellte Forderung, sich als Standort für eine Gemeinschaftsschule zu bewerben. Die vorliegen­den Daten und die gegebene Infrastruktur böten ideale Voraussetzungen, ergänzte Oesterle, „ es gilt jetzt den Prozess unter Einbezie­hung der gesamten „Schul­familie“ (Lehrer, Eltern, Schüler, Schulaufwandsträger usw.) anzustoßen.“ Großen Respekt zollte Rinderspacher auch den bereits unternom­menen An­strengungen und dargestell­ten Forderungen, die Ener­giewende vor Ort dezentral zu managen. Er erinnere sich noch gut an die Präsentation der „Bürgersolar“ hier vor Ort vor zwei Jahren und nenne dies bei vielen Vorträgen als posi­tives Bei­spiel von Einbindung der Bür­gerinnen und Bürger.

Zur ersten Lesung kamen 22 Zuhörerinnen und Zuhörer. Organisator Thomas Bode: „Der Anfang ist gelungen, wir werden diese Lesereihe am 03.04.2014 fortsetzen.“

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